9/11 - Die Musikgeschichte New Yorks
Shownotes
Von der Folkszene rund um Bob Dylan in den 60ern, über die große Punk-Welle und die Geburtsstunde des Hip Hop bis zum großen Einschnitt am 11. September 2021.
Wir hat die Stadt und Musikszene auf 9/11 reagiert und welche Bands und Künstler*innen haben danach den Big Apple geprägt?
Hört viele spannenden Geschichten und Musik von Bob Dylan, den Ramones, The Velvet Underground, Blondie, Bruce Springsteen, The Strokes, Vampire Weekend, Big Thief und vielen mehr
Transkript anzeigen
00:00:02: Heute sind wir alle New York.
00:00:03: Ihr hört den Eyelove-New
00:00:05: York Tag bei Ahoy Radio
00:00:07: Hallo zusammen oder auch Hello oder Hi, ihr hört Ahoy radio und nach wie vor läuft hier bei uns der New York Tag genau, twenty fünf Jahre nach nine eleven.
00:00:18: Ich bin Maike und wenn ihr bislang den Tag hier im Programm verfolgt habt habt ihr ja auch gemerkt das war teilweise ganz schön intensiv und bewegend.
00:00:25: Wir haben jetzt zurückgeblickt auf diesen Einen Tag, der die Welt wirklich verändert hat.
00:00:30: Der Elfte September zwei Tausend Eins Wir haben Rekonstruktion gehört Berichte von Augenzeugen und auch sehr spannende Geschichten von Medienleuten Die damals hier in Hamburg recherchiert haben ja Und viele viele Erinnerungen an diesen einen tag voller Schock und
00:00:44: Trauer.
00:00:45: In den nächsten zwei Stunden wollen wir uns diesem Datum aber mal Von einer ganz anderen einer sehr schönen seite nähern.
00:00:52: wir schauen auf eine stadt die nämlich wie kaum Eine andere für Kultur Freiheit, Kreativität und eben auch Musik steht.
00:01:00: Und darum geht es jetzt hier zwei Stunden lang um die Musikgeschichte dieser einzigartigen Metropole vor-und nach Nine Eleven.
00:01:08: Ja ich muss sagen, ich freue mich richtig drauf!
00:01:10: Der New York ist musikalisch einfach gigantisch.
00:01:13: Es ist die Geburtsstätte des Hip Hop.
00:01:15: Hier hat der Punk seine Wurzeln geschlagen und der Jazz hat ihr gleich mehrere Blütezeiten erlebt.
00:01:21: Aber was passiert eigentlich mit der Musik einer Stadt, wenn diese plötzlich so dermaßen unter Schock steht?
00:01:28: Wenn einfach von einer Sekunde auf die andere nichts mehr ist wie vorher.
00:01:32: Ich kann schon mal vorwegnehmen, die Musik nach Nine Eleven wurde nicht einfach automatisch zur Katastrophenmusik aber sie hat halt einen tiefen Bruch bekommen und sich aber wieder aufgerappelt.
00:01:44: Und wir wollen jetzt aber erst einmal ein paar Jahrzehnte zurückspulen.
00:01:48: das Geheimnis von New York ist ja Diese Stadt hat nicht nur einen einzigen Sound erfunden.
00:01:54: New York war halt immer schon eine Art musikalisches Labor, weil hier einfach seit jeher alles aufeinander prallte.
00:02:01: Stellt euch das neunzehnte Jahrhundert mal vor!
00:02:03: Hunderttausende Einwanderer kamen mit Schiffen an und im Gepäck hatten sie oft nicht viel mehr als ein paar Klamotten.
00:02:11: und halt die Lieder aus der alten Heimat.
00:02:14: Und so wurde New York zu einem riesigen unsichtbaren Radio.
00:02:18: In den jüdischen Vierteln erklang Kletzmer.
00:02:21: Aus den Fenstern der Italoamerikanischen Nachbarschaft hörten wir romantische Volkslieder, aus der Karibe kamen auch schon die ersten heißen Rhythmen und sogar deutsche Blasmusik schalte damals durch einige Straßen.
00:02:34: Das alles vermischte sich und inspirierte sich gegenseitig.
00:02:38: Und in den zwanziger Jahren explodierte das Kulturleben im Norden von Manhattan dann förmlich Die sogenannte Harlem-Renaissance.
00:02:46: Die afroamerikanische Bevölkerung brach gesellschaftliche Fesseln auf und ein völlig neues Selbstbewusstseintrater an den Tag.
00:02:53: In so legendären Clubs wie dem Apollo, dem Savoy oder auch dem Cutten Club experimentierten Musikgenies wie Duke Ellington oder Count Basie mit neuen Sounds herum und haben damit den Grundstein für den JS des zwanzigsten Jahrhunderts gelegt.
00:03:10: Nur ein paar Kilometer weiter südlich rund um dem Time Square Suchten Theatermacher nach etwas, was gegen das neu aufkommende Kino bestehen konnte.
00:03:21: Und so machten sie ihre Shows einfach viel gräller, lauter und bunter – ja und er fanden damit das moderne Musical!
00:03:28: Heute stehen am Broadway vierzig risikete Theater dazu hunderte Off-Broadway Bühnen vom König der Löwen bis zur West Side Story.
00:03:36: So wurde New York langsam zur Weltbühne.
00:03:40: Aber New Yorker Musik war nie nur Unterhaltung, sie war immer auch ein Sprachrohr.
00:03:45: Sie hat der Stadt nicht nur gesagt wie schön sie ist sondern ihr oft auch ziemlich ins Gesicht geschrien was nämlich alles nicht passt.
00:03:52: und genau dieser politische rebellische Impuls zieht sich dann später durch den Punk, durch den Hip-Hop eben auch durch die Musik nach dem elften September.
00:04:01: Wir starten jetzt aber mal diese zweistündige Reise durch das musikalische New York Und wie könnte man das besser tun, als mit dem New York-Klassiker schlechthin?
00:04:10: Allerdings in einem Gewand.
00:04:12: Das perfekt zeigt, wie diese Stadt alte Traditionen nimmt und etwas völlig Neues daraus macht!
00:04:18: Wir kennen ja alle Frank Sinatra's New York – New York.
00:04:32: Das klingt sofort nach Big Band, Broadway.
00:04:35: Schicken Shows und Touristen mit Hot-Docs in der Hand!
00:04:39: Aber das vergessen wir jetzt einfach mal kurz?
00:04:40: In den letzten Jahren hat die großartige Cat Power diesen Song nämlich gecovert.
00:04:45: Bei ihr gibt es keine knallenden Trompeten.
00:04:48: Stattdessen schleicht sich da ein langsamer Bassdrum Beat rein – mit einem bisschen verraubter Jazzbaratmosphäre.
00:04:55: Hier ist Catpower mit New York.
00:06:38: Ihr hört Ahoy Radio und hier im Rahmen von unserem New York-Tag gerade das zweistündige Special zur Musikgeschichte New Yorks.
00:06:45: Aber keine Angst, ihr habt noch nichts verpasst!
00:06:46: Wir sind auch ganz am Anfang.
00:06:48: Den Anfang setzen wir jetzt mal in den späten fünftiger und frühen sechziger Jahren an – und zwar in einem ganz bestimmten Viertel im Süden Manhattan im Greenwich Village.
00:06:59: Das fühlte sich damals tatsächlich auch so ein bisschen an wie ein eigenes kleines Dorf.
00:07:03: Ich hab mir vor kurzem zufälligerweise erst den Film komplett unknown angeschaut, vielleicht kennt ihr ihn auch mit Timothy Chamalé in der Hauptrolle.
00:07:14: Da taucht man richtig tief ein.
00:07:16: In diese Zeit in New York, der Film begleitet nämlich den ganz jungen Bob Dylan bei seiner Ankunft in New-York Anfang der Sechzigerjahre bis hin zu seinem legendären ... und sehr kontroversen Auftritt mit der E-Gitarre beim Newport Folkfestival.
00:07:34: Also ich fand den Film wirklich sehr schön, um mal in das Musikleben New Yorks zu dieser Zeit einzutauchen.
00:07:41: Dazu muss man wissen was Rock, Pop und den ganz großen Hitparaden Sound so angängen?
00:07:47: Da lag New York in den Fünfzigern fast so ein bisschen wie im Winterschlaf.
00:07:52: Stars wie zum Beispiel Elvis Presley, Johnny Cash oder Chuck Berry kamen halt aus anderen Gegenden der USA.
00:07:59: Und als die Briten damals dann mit den Beatles und den Stones die USA überrollten ... Ja da haben die New Yorker auch erst mal etwas skeptisch dazugehört!
00:08:08: Aber im Greenwich Village bräute sich etwas ganz Eigenes zusammen.
00:08:13: Das Village war damals ein Magnet für Kreative, für Studentinnen, Bohemians oder Außenseiter.
00:08:21: Die Mieten waren dann noch spottbillig, die Wohnungen allerdings auf Winzig klein und es gab eine Kneipe neben der anderen.
00:08:29: Und in diesen stickigen vollen Kellerclubs wie zum Beispiel dem Café-Wa, dem Bitter End oder Journey's Folk City trafen sich junge Musiker und Musikerin.
00:08:40: und ja so Legenden wie Joan Bass Pete Sieger, Joni Mitchell, Woody Guthrie oder eben Bob Dylan trafen sich hier.
00:08:48: Und sie sangen nicht einfach nur über Liebe sondern über Themen die an die gerichtet waren, die das Land regierten.
00:08:55: Es ging inhaltlich um Bürgerrechte, um Gleichberechtigung, um die Angst vor dem Kalten Krieg und natürlich auch um den Vietnamkrieg.
00:09:02: Ja, und im wirklich eiskalten Januar, da kam ein gewisser Robert Allen Zimmermann so knapp zwanzig Jahre alt aus Minnesota.
00:09:11: Ohne Geld aber mit einer Gitarre und vielen, vielen Visionen in New York an – er nannte sich Bob Dylan!
00:09:17: Und sein erstes Album von neunzehnhundertsechzig, das bestand fast nur aus Cover-Versionen.
00:09:23: Aber Dylan schrieb einfach wie ein Besessennahm.
00:09:26: Er saß in den Cafés der MacDougall Street, er feilte an Texten und lernte von der Folk Königin Joan Bays.
00:09:33: Und er spielte dann im April two hundred sixty-two in Jardys Folk City zum ersten Mal ein Lied das sehr viel verändern sollte!
00:09:42: Damals hatte das Stück erst zwei Strophen, ein paar Tage später schrieb er dann die dritte.
00:09:47: Er ging ins Studio und veröffentlichte den Song der neunzehntreiundsechzig als Opener von seinem zweiten Album The Free Wheelin' Bob Dylan.
00:09:56: In diesem Song stellt Bob Dylan viele rhetorische Fragen über Krieg,
00:10:00: über Frieden
00:10:00: und Freiheit.
00:10:02: Und die Antwort darauf?
00:10:03: Die weiß nur der Wind.
00:10:04: Über
00:10:05: Nacht wurde dieses Lied zur Hymne der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, sogar Jahrzehnte später wurde es zu den Protest-Demos gegen den Irak Krieg oder Black Lives Matter Demos gespielt.
00:10:16: und darum reisen wir jetzt gedanklich mal zurück ins verrauchte Greenwich Village des Jahres neunzehnundzeinzechzig.
00:10:22: hier ist Bob Dylan mit Blowing in the wind
00:10:30: Bevor you call him a man, how many seas must the white dove sail?
00:10:41: Before she sleeps in sand.
00:10:46: Isn't how many times must the cannonballs fly before they forever bander?
00:10:57: The answer my friend is blowing in the wind.
00:11:02: The answer is a blowing in the wind.
00:11:17: He isn't.
00:11:17: how
00:11:18: many
00:11:19: years can a mountain
00:11:21: exist,
00:11:21: before it's washed
00:11:25: to the
00:11:25: sea?
00:11:28: He isn´t.
00:11:28: How Many Years Can Some People
00:11:32: Exist
00:11:33: Before They're Allowed To Be Free?
00:11:38: He Isn't.
00:11:39: How Many Times Can A Mountain Turn His Head And Pretend that he just doesn't see.
00:11:49: The answer my friend is blowing
00:11:57: in the wind,
00:12:10: yes and how many times must a man look up before?
00:12:16: He can see the sky.
00:12:21: Yes an how many ears must one man have?
00:12:27: He can hear people cry.
00:12:32: He isn't.
00:12:32: how many deaths will it take, till he knows that too many people have died?
00:12:43: The answer my friend is blowing in the wind.
00:12:48: The answer is blowing...in
00:12:51: the
00:12:51: wind.".
00:13:12: Jan-Philipp Sprik, Präsident der Hochschule für Musik und Theater.
00:13:17: Ich habe am elften September zwei Tausend Eins in meiner Wohnung im Karosviertel Bratsche geübt und wollte wie immer um fünfzehn Uhr, weil ich keine Lust mehr hatte Nachrichten
00:13:28: gucken.
00:13:28: und genau in dieser Nachrichtensendung kamen die Meldungen aus New York und ich bin selbstverständlich vom Fernseher in unserer Küche nicht mehr aufgestanden.
00:13:38: Und dazu kam dann noch, dass ich ein Jahr vorher in Boston studiert hatte und dann sukzessive rauskam das einige der Attentäter aus Hamburg kam also hier studiert hatten und einige der Flugzeuge in Boston losgeflogen und dann gekapert worden.
00:13:55: Das fand ich zusätzlich zu dem ganzen Grauen auch nochmal Besonders scary an dem Tag, dass ich an zwei Orten quasi aktuell war und gewesen bin die unmittelbar mit dem Anschlag zu tun hatten.
00:16:57: Das, was Sie hier gerade gehört haben waren The Velvet Underground mit I'm Waiting for the Man aus dem Jahr nineteenhundertsechzig.
00:17:05: Ja das war die Zeit als sich vor allem an der Westküste der USA Die Hibbys, Blumen ins Haar steckten und von Weltfriedenssangen.
00:17:12: Das gab's in New York natürlich auch aber die Stadt spuckte noch eine ganz andere Realität aus The Velvet Underground, die waren Mitte der Sechziger eher der Gegenentwurf zum naiven Flower Power.
00:17:25: Frontmann Lou Reed und seine Truppe klangen kühl, ein bisschen düster und sperrig – sie sagen halt über das worüber man sonst eher schwieg, über Themen wie Drogenabhängigkeit, Entfremdung, Schmerz und auch das queere Leben also über vieles Abseits der bürgerlichen Normen.
00:17:44: So richtig explodiert ist diese Band erst durch eine Begegnung, die die New Yorker Kultur sehr verändern sollte.
00:17:51: Nämlich die Begegnung mit Pop-Art Ikone Andy Warhol.
00:17:55: Warhol holte The Velvet Underground aus.
00:17:59: Verrauchten Tourifallen wie dem legendären Café Bizarre direkt in seinen Hauptquartier – die berühmte Factory.
00:18:06: Das war ein mit Silberfolie ausgekleidetes Atelier im Zentrum von Manhattan und das war auch gleichzeitig so was wie das Epizentrum der New Yorker Subkultur, da kamen Dragqueens und Millionenerben zusammen, Künstlerinnen und Aussteiger, Models und auch Punks.
00:18:24: Und Andy Warhol machte die Velvets zu seiner Art Houseband und beschützte ihren radikalen Krach im Tonstudio auch vor den gierigen Plattenfirmen und verpasste ihnen erst dieses kühle avantgardistische Image.
00:18:38: Chad Stürmer waren Velvet Underground damals zwar nicht aber der Musiker Brian Eno hat das mal perfekt auf den Punkt gebracht.
00:18:46: Ihr, also The Velvet Undergrounds erstes Album hat zwar kaum jemand gekauft.
00:18:50: Aber jeder der es gekauft hat, hat am nächsten Tag eine Band gegründet.
00:18:55: Später verließ Sengaloreed an die Band und hat solo weitergemacht.
00:19:02: In deiner Zeit
00:19:06: war es in den letzten Jahren ein sehr großer Himmler.
00:19:34: Und mit diesem Song hat Lou Reed tatsächlich auch dieser etwas bizarren, bunten, queeren Szene rund um Andy Wall's Factory gesetzt.
00:19:42: Und dieser unpolierte Geist der Factory, der wanderte noch weiter.
00:19:47: In den Siebzigeren trafen sich die Künstlerinnen dann nicht mehr nur im Atelier sondern auch in einem winzigen ziemlich dreckigen Club an der Bowery in der Lower East-Zeit – der Name des Schuppens – Sibi Gibi.
00:19:59: Dort braute sich schon die nächste musikalische Explosion zusammen, nämlich die Punkbewegung!
00:20:06: Ich sag mal so... Scheiß auf jahrelanges Üben an der Musikschule.
00:20:09: Beim Punk ging es nur darum, laut zu sein und dafür reichten dann auch mal drei gute Akkorde und einfach laut den Frust rauszuschreien!
00:20:18: Bands wie Blondie, The Talking Hats oder Pettysmith machten den CBGB-Club zum Tempel dieser neuen Generationen.
00:20:26: Und mitten aus den Grauenbetongesiedlungen von Queens stolperten dann, da in den Nr.
00:20:36: Pilzkopf-Frisur, speckige Lederjacken und zerrissene Jeans.
00:20:39: Die Ramones!
00:20:41: Als Velvet Underground urgesteinend Lou Reed in den letzten Jahren zum ersten Mal eine Kassette von den Ramones gehört hat – da war er völlig begeistert.
00:20:49: Er sagte damals, das ist das Beste was du mir jemals vorgespielt hast.
00:20:53: Daneben wirkt jeder erbärmlich.
00:20:54: Patty Smith und ich eingeschlossen.
00:20:57: sie also die Ramones treffen einen genau da wo es wehtut.
00:21:01: Sie sind das, worüber sich alle Eltern der Welt Sorgen machen.
00:21:04: Ja und er hat recht die Ramones spielten ihre Songs nicht nur schnell sie spielen sie eher wie so eine Dampfwalze für ihren legendären Kracher von neunundhundert achtundsiebzig den es hier gleich zu hören gibt.
00:21:14: Gibt es übrigens zwei schöne Entstehungsgeschichten Sänger Joey Ramone erzählt ihr ja immer Er habe den Song auf einer sehr zermürbenden Englentournee geschrieben.
00:21:25: Sie tuerten einfach das ganze Jahr durch und saßen auch zu Weihnachten völlig isoliert in einem Londoner Hotelzimmer fest und schauten dann im Fernsehen US-Kriegsfilme.
00:21:34: Und er wollte sich damit einfach nur ruhig stellen, also I wanna be sedated.
00:21:40: Drama Marky Ramon, der behauptet dagegen später, Joey habe den Song geschrieben nachdem ihm im Hotel einen Inhalato im Gesicht explodiert war und er mit Verbrennungen im Krankenhaus lag und dort sediert werden musste.
00:21:53: Also egal welche Version stimmt das Ergebnis ist... Zwei Minuten und zwanzig Sekunden purer New Yorker Punkrock.
00:21:59: Hier sind die Ramones mit I Wanna Be Sedated.
00:30:06: Ihr hört das New York Musik-Special hier bei Erheuer Radio im Rahmen von unserem Nine Eleven, fünfundzwanzig Jahre danach Tag Das eben waren natürlich Blondie mit ihrem größten Hit Hard of Glass.
00:30:17: Ja schon verrückt wenn man bedenkt wie dieser Song entstanden ist.
00:30:20: Sängerin Debbie Harry war Mitte der Sechziger nach New York gekommen.
00:30:24: Sie schuftete damals als Kälterin im Playboy-Häschen-Kostüm und träumte noch von der großen Bühne.
00:30:30: Zusammen mit dem Gitaristen Chris Dein gründete sie, dann die ... Punk-Band Blondie.
00:30:37: Die beiden verstanden sich damals als eine Art Kunst-Experiment, sie probierten in ihrer kleinen New Yorker Bude munter alles Mögliche aus und erst als die Diskowelle New York überrollte, hatten die beiden eine geniale Idee – warum nicht Punk mit diesem tanzbaren Disco Groove kreuzen?
00:30:58: Viele eingefleischte Punk-Fans schrien damals natürlich verrat, aber die Single Hard of Glass, die Schoss Anfang neunzehntundundsiebzig weltweit auf Platz eins und Blondi bewiesen damit irgendwie auch.
00:31:10: New York lässt sich einfach in keine Genreschublade pressen.
00:31:14: Ja, während Blondy den Disco-Punk erfanden, braute sich in den Straßen der Stadt bereits etwas ganz Großes zusammen etwas, das die weltweite Musiklandschaft für immer verändern sollte.
00:31:25: Die Entstehung des Hip-Hop.
00:31:27: kleiner Programmtipp an dieser Stelle!
00:31:29: Wenn ihr tiefer in diese Ära eintauchen wollt heute Nachmittag von siebzehn bis neunzehn Uhr übernehmen Hannes und Jan hier bei Ahoy mit einem Anker speziale das Mikrofon.
00:31:39: Die beiden spielen euch zwei Stunden lang Hip Hop aus New York Und haben natürlich auch Haufenweise wilde Stories dabei.
00:31:45: Ja aber wir müssen diesen Moment jetzt natürlich auch schon etwas abfeiern Denn hip hop entstand nicht in den schicken teuren Clubs von Manhattan, er entstand aus der pure Not heraus auf den Straßen der Bronx.
00:31:59: Wir schreiben den Elften August neunztundhundertdreiundsiebzig.
00:32:03: New York war damals tief verschuldet, das Geld für Sozialprogramme fehlte Häuser verfehlen und in einem Mietz-Bunker in der Setwick Avenue schmiss ein junger Jamaikaner namens DJ Cool Herk eine legendäre Blockparty.
00:32:19: Und weil die Wohnung einfach winzig klein war, feierte man halt draußen auf der Straße!
00:32:24: Cool Herk nutzte zwei Plattenspieler und ein Mischpult, um die Drumbreaks von seinen Fangplatten nämlich immer wieder endlos aneinander reinzukönnen.
00:32:34: Die Leute ging dazu ab und sein Kumpel Coke La Rock schnappte sich das Mikrofon, war auf ein paar Reime über die Beats, um der Menge noch mehr einzuhalzen... Und zack!
00:32:44: Der Rap war geboren.
00:32:46: Aus diesen Straßenpartys entwickelte sich dann mit der Zeit eine weltweite Kultur bestehend aus fünf Elementen Der DJ, der die Beats liefert.
00:32:55: Der MC also der Rap, Breakdance, Gravity und das sogenannte Knowledge.
00:33:01: Also das Wissen über die Geschichte und die Werte so wie Respekt und Frieden und die Philosophie der Hip-Hop Kultur.
00:33:09: Wenig später machte dann zum Beispiel Grandmaster Flash and the Furious Five mit The Message Den Hip-Hop zum sozialkritischen Sprachrohr der Problemviertel.
00:33:18: Rapper Chuck D. nannte es auch ganz treffend das CNN, der Schwarzen Bevölkerung und Mitte der Achtziger eroberte diese Kultur dann endgültig die Welt.
00:33:28: eine dreiköpfige Truppe aus dem Stadtteil Hollis in New York Queens hat dazu auch beigetragen.
00:33:35: Run DMC Jammaster J, Joseph Runn, Simmons und Daryl DMC McDaniels erfanden auch das legendäre Crossover-Genre aus Rock & Hip Hop Beats als sie sich nämlich mit Aerosmith für Walk This Way zusammentaten.
00:34:05: Und Runn DMC machten natürlich auch unbeschnürte Adidas Schuhe und schwarze Hut Outfits zum globalen Mode Trend.
00:34:11: Übrigens waren sie auch die ersten Rapper auf dem Cover des Rolling Stones.
00:34:16: Hier jetzt ein Track von ihrem legendären Album, Raising Help von
00:35:29: neunzehnhundertsechsundachtzig.
00:35:42: hier sind Run
00:36:30: DMC mit It's Tricky.
00:36:46: This album is dedicated
00:37:30: to all the teachers
00:37:30: that told me I'll never amount
00:37:32: to nothing.
00:37:33: To all of people who lived above the buildings and I was hustling in front, they called a police on it when i was just trying make some money feed my daughter And all the niggas in the struggle,
00:37:41: you know what im saying?
00:37:43: So good baby, baby
00:37:45: It's
00:37:45: all a dream!
00:37:46: I used
00:37:47: read word up magazine
00:37:49: Something pepper and heavy D upped into limousine Hanging pictures on ma wall Every Saturday rap attack Mr Magic Marley Maul To my Tape Pop Sookin' we the band, blah
00:38:08: You never thought that hip
00:38:09: hop Man love is
00:38:56: to
00:39:04: Brooklyn
00:39:05: The Moewe and Ask Me Now they write letters cause They miss me.
00:39:10: I Never thought it could happen.
00:39:12: been stuck.
00:39:13: I was too used to
00:40:06: panicists.
00:40:08: When i was dead broke man.
00:40:09: I couldn't picture this.
00:40:11: Fifty in screen Money green leather sofa Got two rides a limousine with a chauffeur Phone drill about
00:40:27: one roof shack.
00:40:28: Now my mom pimps are act off.
00:40:41: of course.
00:42:17: Das waren noch mal.
00:42:18: Hip-Hop aus New York.
00:42:19: Notorious B.A.G mit Juicy, aus dem Jahr nineteenhundert vierundneinzig.
00:42:23: Ihr hört Ahoj Radio mit unserem Special zu New York City.
00:42:27: und das aus gegebenem Anlass denn heute jähren sich die furchtbaren Terroranschläge vom elften September zum zwanzigsten Mal.
00:42:34: Und gerade widmen wir uns hier der Musikgeschichte dieser großartigen Stadt.
00:42:39: Die große Folkbewegung rund um Bob Dylan, die Ursprünge des Punk und des Hip Hop haben wir hier schon behandelt.
00:42:45: Und jetzt machen wir hier mal einen Zeitsprung hinein in die neunziger Jahre.
00:42:50: Ja, wenn man heute durch New York spaziert ist das ja an vielen Stellen doch eine ziemlich glattpolierte sichere aber auch unfassbar teure Weltmetropole.
00:43:00: Die großen Probleme liegen heute eher in der Drogenkrise und in den Folgen der Gentrifizierung weil Wohnraum nämlich so unfassbart heuer geworden ist beziehungsweise Wohnraum, der zu finanzieren ist kaum noch existiert.
00:43:14: Das treibt natürlich die Obdachlosigkeit voran, was wiederum die Drogenabhängigkeit befeuert.
00:43:20: Zu Beginn der Neunziger war New York aber noch viel mehr das, was man so aus alten Filmen kennt – dreckig, gefährlich, die U-Bahn voller Gravity, viele Problemviertel und ein höchst ... stand an Kriminalität.
00:43:34: Doch dann kam Mitte der Neunziger Bürgermeister Rudi Giuliani ins Amt und räumte ziemlich auf, der Times Square.
00:43:42: Der wandelte sich von einer vorher düsteren Schmuddelecke zur Touristen-Neonmeile.
00:43:48: Ganze Viertel wurden sorniert, weswegen aber auch die Mieten stiegen – viele der alten schmutzigen Underground Clubs mussten langsam weichen, damit natürlich deren Underground Kultur.
00:43:59: Musikalisch waren die Neunziger, vor allem die goldene Ära des New Yorker Hip-Hop.
00:44:05: Vor allem an der Westküste der USA blüte der Gangsterrap auf.
00:44:09: New York aber war immer noch mehr für seinen tiefgründigen und lyrischen Rap bekannt.
00:44:14: in Brooklyn Steeke The Notorious B.I.G.
00:44:17: zum König auf.
00:44:18: Der Wutanklan nicht zu vergessen Jay Z's steile Karriere begann Und aus Queens kam zB Nas oder auch Mob Deep.
00:44:27: Ja, man sollte sich vielleicht auch noch mal daran erinnern.
00:44:29: Dass der Alltag in den Neunzigern noch analog war.
00:44:32: Das heißt es gab noch keine Smartphones oder keine Social Media Hypes und wenn man wissen wollte was in der Stadt los war musste man halt raus auf die Straße in die Platten leden und in die Cafés.
00:44:44: doch während Hip-Hop damals ganze Stadien füllte, fragte sich die New Yorker Rock Szene Ende der Neunziger wo sie eigentlich so hingehört.
00:44:53: Alte Punk-Tempel wie das CBGB verrotten nämlich langsam und der Gitarrenrock erschienen eher ein wenig tot geglaubt.
00:45:01: Und genau da... Kurz vor der Jahrtausendwende betraten dann fünf junge Typen aus lower Manhattan die Bühne.
00:45:09: Mit Vintage-Lederjaggen, engen Jeans, ein bisschen Verrucht sahen sie aus und sie klangen wie die musikalischen Erben von den Remones oder Lou Reed.
00:45:19: Die Rede ist von den Strokes Ihr Frontmann Julian Casablanca, der kommt aus einer sehr bekannten New Yorker-Familie.
00:45:27: Sein Vater hat mit seiner Modelagentur die ganz großen Supermodels der Zeit entdeckt und Untervertrag gehabt.
00:45:33: Cindy Crawford, Naomi Campbell, Linda Evangelista, Giselle Bündchen usw.
00:45:38: Der Sohnemann Julien war aber lieber ungelamerös rockig unterwegs, manchmal auch ein bisschen ungehobelt in Interviews.
00:45:45: Und zusammen mit seiner Band The Strokes gaben sie New York wieder den Rocksound zurück!
00:45:51: Ihr Debütalbum Is This It kam im Sommer, also kurz vor nine eleven raus.
00:45:58: Es war purer Rock'n Roll aber vollkommen unpolitisch dabei.
00:46:02: Sie wollten halt einfach nur das ungefilderte Großstadtleben rüberbringen und sie waren verdammt cool und angesagt!
00:46:09: Ja, New York war zur Jahrtausendwende also definitiv auf einem Höhepunkt.
00:46:14: Die Kriminalitätsrate war auf einem historischen Niedrigstand.
00:46:17: die New Yorker erinnern.
00:46:18: Die fühlten sich einfach sehr sicher in ihrer Stadt.
00:46:20: Es gab auch sehr wenig Kontrollen zum Beispiel an Flughäfen oder Auf-Aussichtsplattform wie der auf dem World Trade Center.
00:46:28: Die Kultur und das Nacht leben die Blüten auf.
00:46:29: Der Tourismus wurde immer mehr.
00:46:31: Also es schien alles perfekt.
00:46:33: ja Und da ahnte einfach noch niemand dass nur wenige Wochen nach dem Release vom Debüt-Album der Strokes, die Welt New Yorks plötzlich in Trümmern liegen würde.
00:46:43: Und es plötzlich auch einen Grund gab, warum die Strokes ihren Albumtrack New York City Cops plötzlich von der Trackliste ihrer Platte streichen mussten!
00:46:51: So wir hören sie jetzt aber
00:46:52: mal...
00:46:53: so viel über Sie geredet, jetzt hören wir sie.
00:46:55: hier sind The Strokes mit dem Sound von New York kurz vor dem großen
00:47:00: Grupp.
00:47:00: Hier ist Last
00:47:01: Night.
00:49:53: Was hast du getan?
00:50:25: realisiert, was ich da gerade gehört hatte.
00:50:28: Und hab dann unten vorm Haus einen Nachbarn getroffen und sag, was ist denn da los?
00:50:33: Ist ein Flugzeug ins World Trade Center geflogen?
00:50:35: Hast du's
00:50:36: gehört?".
00:50:38: Dann sagt er ja das waren die Palästinien und ich sag was?
00:50:41: Das klang doch als wäre es grad vor fünf Minuten gewesen weiß man noch gar nicht.
00:50:46: Und er sagt dann nie ist doch klar!
00:50:48: Und dann habe ich mich über diesen Nachbaren geärgert uns ein schnelles Urteil sofort den Fernseher angemacht und habe quasi noch live gesehen, wie das zweite Flugzeug in dem zweiten Turm flog.
00:51:03: Und hab, glaub ich, den Rest des Tages mit offenen Mund vom Fernsehr verbracht – und es war
00:51:09: entsetzlich.".
00:54:36: In weiterer Song aus New York aus dem Jahr ein, kurz vor den Anschlägen vom elften September, Illisha Kies mit ihrem Welthit Fallen.
00:54:45: Im Juni, ein Jahrzehnte kam ihr Debüt-Album Songs in den Mainer raus auf dem der Song drauf ist.
00:54:51: Drei Grammys hat sie damit abgesahnt, Platz eins der Billboard-Charts und es war der Startschuss für ihre Karriere!
00:54:57: Alicia Keys stammt aus New York und wuchs dort im eher rauen Stadtteil Hell's Kitchen auf.
00:55:03: mit nur sechzehn Jahren hat sie ihren Schulabschluss als Jahrgangsbeste gemacht dann Musik studiert und Jahre später hat sie zusammen mit Jay-Z die Wohl... größte New York-Hymne veröffentlicht, Empire State of Mind.
00:55:15: Keine Sorge den Song gibt es hier heute natürlich auch noch!
00:55:19: Unsere erste Stunde über die Musik New Yorks vor dem elften September ist damit schon fast rum.
00:55:24: in der nächsten Stunde blicken wir dann auf die Tage nach den Anschlägen.
00:55:28: Wir sprechen darüber wie die Musikwelt versucht hat eine zutiefst traumatisierte Stadt zu trösten bei Benefit Scalas wie America A Tribute to Heroes, wo auch Alicia Keys auf der Bühne stand zum Beispiel.
00:55:41: Und wir sprechen über ein Kapitel der US-Radio Geschichte – die berüchtigte Clear Channel Liste eine interne Zensurliste von US-Radiosendern mit über Hundertfünfzig Songs, die nach Nine Eleven von heute auf morgen nicht mehr gespielt werden durften.
00:55:59: Trotz des Songtitels Falling war Elischa Kies Song, aber wohl nicht auf dieser Liste.
00:56:06: Jetzt gibt's hier zum Abschluss noch einen deutschen Song über New York und zwar aus Hamburg!
00:56:10: Die Indie-Rockband Tomte rund um Frontman Thais Ullmann hat eine Reise nach New York Jahre später auf ihrem großartigen Album Buchstaben über der Stadt verarbeitet – das Album stammt aus dem Jahr.
00:56:24: In dem Song geht es um ihre persönlichen Großstadt, Momente rund um den Central Park aber auch um den Wandel der Stadt nach.
00:56:31: Auf den Punkt bringen sie dies in der Zeile statt mit Loch wo mit der Ground Zero gemeint ist.
00:56:39: Hier sind Tomte mit New York In der Stadt.
00:56:44: mit Loch Passierten wir das berühmtes Hotel der Welt.
00:56:53: Ich sang mir ein Lied Von ihm in der Stadt, mit Loch In einem verwirbten Land Mit gekränktem Herz Über das jeder lacht oder hat.
00:57:29: Am Reservoir des
00:57:31: Gleisende Lichtverwandelte alles hinein Reinen perfekten Schlag Und deine Alm Umfassende Rohde, die ich nicht kannte, zog mich in sich hinein und machte mir keine Ahnung.
00:58:37: Das hier weißt du wie schön mit
00:58:50: falscher Strophe und richtigerm Refrain sag' ich nur für dich Und wir gehen Du hast gelächelt und ich sagte dann Zins hier lehnt Schau's im Jahr Wir sind alle New York.
01:01:02: Ihr hört den
01:01:03: I Love
01:01:04: New York
01:01:04: Tag.
01:01:07: Eine Stunde lang ging es hier eben um die zugegebenermaßen unglaubliche Musikgeschichte von New York City, von den Sechzigern bis zum Elften September.
01:01:15: zwei Tausend Eins.
01:01:16: Ja und dann am Morgen des elften September geschah das wiederum!
01:01:21: Unglaubliche die Terroranschläge auf New York und Washington, auf das World Trade Center und das Pentagon.
01:01:27: Ja und plötzlich blieb dieser Stadt, der ja bekanntlich nie schläft, New York, schlagartig die Luft weg, Schockstarre!
01:01:35: Und als natürliche Reaktion darauf... weil es nämlich natürlich erst mal um Rettung und Trauer- und Schockbewältigung ging, war damals das Kulturleben auch schlagartig komplett lahmgelegt.
01:01:47: Die Broadwaytheater blieben dunkeln die Tore der Museen geschlossen Konzerte wurden natürlich abgesagt.
01:01:52: ja klar niemand wollte feiern niemand konnte feiern Und selbst die Musik im Radio schien teilweise einfach nur falsch und unangebracht und bei den Radiosendern herrscht er erstmal große Ratlosigkeit.
01:02:05: Was spielen wir jetzt?
01:02:06: Welche Musik ist diesem Schmerz überhaupt noch angemessen.
01:02:09: Der größte US-Radiokonzern, Clear Channel, der verschickte dann in den Tagen nach den Anschlägen ein internes Memorandum an über elevenhundert Radiostationen und darin eine Liste mit über hundertsechzig Songs deren Ausstrahlung erst mal als programmlich unpassend eingestuft wurde.
01:02:30: Manches erschien logisch, also so Titel über Fliegen oder Stürzen flogen natürlich sofort raus.
01:02:36: Learn to fly von den Foo Fighters beispielsweise.
01:02:38: Tompetties Free Fallen oder Fun Hails Jump.
01:02:42: auch Songs rein über Zerstörung wie zum Beispiel Bodies von Drowning Pool oder Chopsoui von System of a Down wurden gestrichen.
01:02:50: doch die Panik vor falschen Emotionen führte zu erst mal vielleicht seltsam anmutenden Zensuren, John Lennons Friedenz-Hymne Imagine.
01:03:00: Die galt plötzlich als zu heikeln.
01:03:02: die gesamte Diskographie der politisch kritischen Band Rage Against the Machine landete auf diesem Index.
01:03:09: auch Louis Armstrong's What a Wonderful World empfand man als zu fröhlich für die Trauerphase.
01:03:15: und sogar Frank Sinatra New York also die inoffizielle Hymne der Stadt durfte nicht mehr laufen.
01:03:22: ja also das Radio versuchte bloß keine Fehler zu machen.
01:03:25: Dafür passierte im damals noch sehr jungen Internet etwas, das eine ganz eigene Trauerhymne hervorbrachte.
01:03:33: In Manhattan saß der Finanzmarkler Steve Golding vor seinem Computer und er wollte den Schrecken visuell verarbeiten und Schnitt dafür eine kurze Videokollage also Bilder der noch intakten Zwillings-Türme dann gefolgt von den brennenden Gebäuden Rauchwolken und Fotos von Opferfamilien Und unterlegt hatte er diesen Clip mit einem melancholischen Lied einer irrschen Sängerin, das zu diesem Zeitpunkt ein Jahr alt war.
01:03:59: Golding lud sein Video in ein kleines Internetforum hoch – so Plattformen wie YouTube, die gab's damals noch nicht!
01:04:05: Dann entdeckte der Nachrichtensender CNN den Clip und übernahm die Bilder Und übernahm auch die Musik.
01:04:11: Ja, und über Nacht liebt das Lied dann auf allen TV- und Radiostationen der Welt in Dauerschleife.
01:04:16: Sender unterlegten ihre eigenen Bilder und Ohntöne von Feuerwehrleuten, Augenzeuginnen – und auch George W. Bush mit diesem Lied!
01:04:25: Steve Golding, der das Ursprungsvideo gemacht hat, der starb im Jahr zwei Tausend Sieben vermutlich an den Spätfolgen des Staublungetraumers vom Ground Steerow.
01:04:35: Aber das Video, dass er am elften September geschnitten hat.
01:04:37: Das machte diesen Song für immer zum musikalischen Mahnmal dieser Katastrophe.
01:04:42: So und jetzt kommt dieser Song hier natürlich!
01:04:44: Hier ist Anya mit Only Time.
01:06:23: Ihr hört das Spezial hierbei erheut so ein Jokermusikgeschichte und das war David Bowie mit Heroes.
01:11:36: Zu Heroes, also zu Helden wurden damals vor zwanzig Jahren vor allem die Feuerwehrleute Rettungsdienste Ärzte und Ärztinnen PolizeibeamtInnen.
01:11:45: Und natürlich auch die ganzen zivilen HelferInnen in New York.
01:11:49: Ja und schnell war damals klar Die Stadt braucht Zusammenhalt Man muss sich gegenseitig Mut machen und Kraft geben um all das durchstehen zu können.
01:11:58: Paul McCartney.
01:11:59: der hatte die Idee dieses in Form eines riesigen Konzertes zu tun.
01:12:03: Er organisierte das legendäre Benefiz-Konzert Concert for New York City am zwanzigsten Oktober, also gerade mal fünf Wochen nach den Anschlägen.
01:12:14: Und eröffnet wurde das Konzert.
01:12:15: von eben hier gehört David Bowie.
01:12:17: Er saß ganz allein im Scheinwerferlicht am Keyboard und hat Paul Simons Ballade America gesungen bevor er dann mit Heroes den gesamten Saal zum Kochen gebracht hat.
01:12:28: Bowie lebte übrigens damals selbst nur wenige Blocks vom Ground Zero entfernt, also er hat den Rauch die Schockwelle und den Schmerz genau wie alle anderen vor seiner eigenen Haustür live gespürt.
01:12:41: Dieses Konzert am zwanzigsten Oktober war auch eine Art emotionaler Wendepunkt für die Stadt.
01:12:47: Paul McCartney wollte damit keine sterile VIP-Gala auf die Beine stellen sondern vielmehr ein Konzern für die New Yorker Bevölkerung.
01:12:57: In den Tagen vor der Show tauchte Paul McCartney darum höchstpersönlich und ganz ohne Presse im Anhang in die New Yorker Feuerwehrwachen auf.
01:13:04: Und Polizei revieren, verteilte dort Ehrenkarten an die Einsatzkräfte.
01:13:10: So saßen am Konzertag dann auch über fünf Stunden lang nicht die üblichen Schicken und Reichen der Stadt in den ersten Rhein vom Madison Square Garden sondern Tausende Männer und Frauen der Feuerwehr und der Polizei, Rettungskräfte und Familien die Partner, Kinder oder Eltern verloren hatten.
01:13:30: Sie hielten Porträts ihrer Verstorbenen in die Höhe – sie weinten und umarmten sich, sie trauerten und feierten aber auch gleichzeitig das Leben!
01:13:38: Und diese fünf Stunden waren wirklich ein Gigantentreffen der Musikgeschichte….
01:13:44: The Who gaben ein ihrer besten Auftritte überhaupt.
01:13:47: Mick Jagger und Keith Richards von den Stones waren da, Sir Elton John, Eric Clapton, Bon Jovi Jay-Z, Destiny's Child, the Backstreet Boys.
01:13:56: ja und viele mehr Stande auf der Bühne.
01:13:59: Dazu gab es noch unzählige Reden von Schauspielerinnen aus wirklich den ersten Hollywood rein.
01:14:05: Und so war der ganze Abend wild, aufwühlend aber auch irgendwie heilsam!
01:14:10: Und unter all den Weltstars stand natürlich auch ein Sohn, New Yorks dort auf der Bühne oder besser gesagt Saas am Klavier.
01:14:20: Welcher den Schmerz der Stadt wie kaum einen anderen Noten gefassen konnte?
01:14:25: Billy Joel!
01:14:26: Er setzte sich ans Piano und stimmte ein Song an, den er bereits neunzehntonhundertsechsundsiebzig geschrieben hatte.
01:14:33: Damals, also in den Siebzigern stand New York kurz vor der Pleite und Joel hatte das Lied eher als düstere Science-Fiction-Dystopie geschrieben.
01:14:43: In der Geschichte erzählt nämlich ein alter Mann im Jahr zwei tausend siebzehn damals in der Zukunft fliegen jetzt eine Vergangenheit.
01:14:51: In seinem Ruhestand in Miami seinen Enkeln davon wie er einst die Lichter auf dem Broadway ausgehen und die Wolkenkratzer der Stadt einstürzen sah.
01:15:02: Ja, also Bilder, die Joel im Jahr neunzehntonzechsundsiebzig natürlich noch nicht voraussehen konnte.
01:15:07: Und Alter davon, zwei Tausend Eins in Madison Square Garden sangen lief es natürlich allen im Saal eiskalt den Rücken runter.
01:15:16: Am Ende schaute Joel ins Publikum und rief ja ich habe diesen Song vor zwanzig Jahren geschrieben.
01:15:21: Ich dachte Es wäre Science Fiction!
01:15:24: Ich hätte nie gedacht dass dies wirklich passiert.
01:15:27: aber Anders als im Ende dieses Songs, wir gehen nirgendwo hin.
01:15:32: So hier ist jetzt dieser Song aus dieser unvergesslichen Nacht vom Konzert.
01:15:37: Hier is Billy Joel mit Miami- Hier hört das Ahoy New York Special, ca.
01:24:00: neunzwanzig Jahre nach Nein-Eleven Das waren die Beastie Boys mit ihrer dicken Liebeserklärung an die Heimatstadt An Open Letter to New York City.
01:24:23: Im Jahr zwei tausend vier kam dieser Song raus Nachdem also drei Jahre Schock und Trauerverarbeitungen vorüber waren.
01:24:30: Ja, eine wirklich wichtige Nummer für das Gefühl nach der Katastrophe.
01:24:34: Denn nach dem ersten großen Schock ging es ja irgendwann auch wieder um etwas ganz Entscheidendes nämlich darum dass Selbstverständnis New Yorks auch wieder in Musik zu fassen und auch ein bisschen um den typischen New York trotz.
01:24:48: Die Beastie Boys haben mit diesem Song jedenfalls allen nochmal eingeschärft was diese Stadt im Kern zusammenhält Nämlich der bunte Mix aus allen fünf Stadtteilen since we are still living, das war die Ansage.
01:25:01: Also uns kriegt ihr hier nicht klein!
01:25:03: Ja und im Laufe der Monate und Jahre nach dem elften September fand natürlich noch viel mehr musikalische Verarbeitung von diesem katastrophalen Terrorangriff statt auf ganz verschiedene Art und Weise.
01:25:15: Die Musikszene durchliefe eine Phase, die von tiefer Trauer aber auch von politischer Spaltung geprägt war.
01:25:22: In den ersten Monaten dominierten vor allem emotionale und patriotische Songs des Radio Doch die Szene spaltete sich auch.
01:25:30: Der New Yorker Hip-Hop rund um Jay-Z oder Nas stellte oft kritische Fragen zur US Außenpolitik und wenn aber Mainstreambands, zum Beispiel aus dem eher patriotischen Countrybereich wie beispielsweise die Dixie Chicks, die Regierung kritisierten erlebten die teilweise massive Boykotte.
01:25:49: Viele Musiker verarbeiteten das Trauma in ganz persönlichen Geschichten.
01:25:54: Tory Ames
01:25:55: z.B.,
01:25:56: sang in I Can't See New York aus der Sicht einer Flugzeugpassagieren, die über der Stadt kreist und vor lauter Rauch nichts mehr sieht.
01:26:05: Amos war am elften September selbst in New York.
01:26:07: diesen Song hatte sie aber schon kurz vor den Anschlägen geschrieben also gar nicht im Kontext von Nine Eleven Aber danach dann halt umgetextet und aus dem ursprünglichen normalen Wolken über Manhattan wurde dann im Text der Rauch der brennenden Türme.
01:26:24: Der große Leonhard Kohn hat auch ein Song über Nine Eleven geschrieben.
01:26:27: In On That Day singt er über die Wunden der Stadt und die Eagles, die verarbeiteten das Ganze in dem Song Whole In The World am zehnten September.
01:26:38: Also genau einen Tag vor den Anschlägen wollten sie sich eigentlich im Studio einrichten um ihr erstes ihr Comeback Album seit neunzehnhundertneunundsiebzig aufzunehmen.
01:26:48: doch am nächsten Tag stand dann die Welt halt Still, niemand tauchte im Studio auf und stattdessen haben sie dann diesen Song über die Katastrophe geschrieben.
01:26:58: Und für einen gewissen Jared Way der am elften September noch als junger Praktikant am Hudson River stand und live zugucken musste wie die Türme in sich zusammenfielen war dieser Tag ein absoluter Wegruf.
01:27:12: er war geschockt von den Ereignissen.
01:27:14: er hat daraufhin sein eher frustrierenden Job bei Cartoon Network aufgegeben um etwas Bedeutungsvolles mit seinem Leben anzufangen, und somit entstand dann seine Band My Chemical Romance.
01:27:26: Wo keiner diesen Tag neun eleven die ganze Trauer und vor allem auch die Hoffnung danach so auf den Punkt gebracht wie der Boss.
01:27:34: Es gibt diese berühmte Geschichte dass Bruce Springsteen ein paar Tage nach dem Anschlägen in seinem Wagen auf einem Parkplatz in New Jersey saß Und einen Fremder die Scheibe runterkurbelte Auf springstein zeigte und rief Bruce wir brauchen dich jetzt.
01:27:48: Und dann trommelte Springsteam tatsächlich zum ersten Mal seit fast achtzehn Jahren wieder seine legendäre E-Streetband zusammen und nahm das Album The Rising auf.
01:27:58: Ja, darauf gibt's kein billigen Patriotismus und keine krassen Racheparolen sondern wirklich echte Geschichten über die Feuerwehrleute
01:28:05: z.B.,
01:28:06: über die Hinterbliebenen und über die große Lücke, die plötzlich da war.
01:28:10: Im Titelsong nimmt er uns mit in das verrauchte Treppenhaus von einem der World Trade Center-Türme.
01:28:18: Aussicht eines Feuerwehrmanns, der seine Pflicht tut und Stufe für Stufe nach oben steigt.
01:28:23: Das jagt einem schon ein wenig Gänsehaut über den Rücken!
01:28:25: Hier ist Bruce Springsteen mit The Rising War natürlich auch wieder Musik aus New York, und zwar Interpol mit dem Song Obstical One von ihrem Debütalbum Turn on the Bright Lights.
01:37:24: Ja die vier Typen mit ihren maßgeschneiderten schwarzen Anzügen und den messerscharf gezogenen Scheiteln haben dieses Album im November zwei Monate nach den Anschlägen aufgenommen.
01:37:35: Veröffentlicht wurde es dann im August, und das war wie eine Art Soundtrack für diese Stadt, die ja immer noch im Ausnahmezustand warmen.
01:37:44: Es ist eine recht melancholische, mystische Platte!
01:37:48: Seitdem sind gut vierundzwanzig Jahre vergangen aber Interpol gehören nach wie vor zur absoluten Elite des Post-Punk-Revivals.
01:37:56: Und wenn ihr sie live erleben wollt, am zwölften November stehen Interpol zusammen mit Blockparty bei uns hier in Hamburg auf der Bühne und zwar in der Barclays Arena!
01:38:04: So, wenn wir jetzt wieder auf die Jahre nach Nine Eleven schauen sehen wir irgendwann nicht mehr nur Trauer, Schock und Erstarren sondern auch ein New York das seine musikalische Seele tatsächlich nochmal neu erfahnt.
01:38:17: Vor einigen Jahren galt Downtown Manhattan kulturell als fast schon tot gesagt.
01:38:24: Das war eher ein Spielplatz für Banker und andere Geschäftsleute.
01:38:27: Wer echten Rock'n Roll wollte, war dort definitiv an der falschen Adresse.
01:38:32: Doch nach den Anschlägen kippte insgesamt die Stimmung... Diese hochglanzpolierte Popkultur der späten Neunziger, die funktionierte plötzlich nicht mehr richtig.
01:38:41: Die Menschen suchten eher nach etwas Ungeschleffenem, Nach Echtheit und echten Emotionen.
01:38:48: Clubs wie die Mercury Lounge oder das Bowery Ballroom wurden zu kulturellen und musikalischen Zentren auch in Downtown Manhattan.
01:38:57: Kurz vor Nine Eleven hatten ja The Strokes mit ihrem Album Is This It schon mal dafür ein ganz gutes Fundament gelegt, aber auch schon die Yayayers.
01:39:07: Mit ihrer charismatischen Freundfrau Karen Oh.
01:39:09: In dem Jahr zwei tausend Zwei ging dann auch LCD Sound System an den Starten, die ebenfalls eine Mischung aus Elektropop und Punk machte.
01:39:18: Ja und daneben gab's dann auch noch eine Gruppe, die die melancholische nachdenkliche Seite der Stadt wie kaum eine andere eingefangen hat.
01:39:26: Sie kam ursprünglich aus Ohio nach Brooklyn New York um dort ihren Traum zu leben chronischen Poeten des Großstadt Blues.
01:39:35: Die Rede ist von The National, die tiefe Stimme von Sänger Matt Burninger ist immer unverkennbar.
01:39:41: und als sie nach New York haben, waren sie alle so Anfang zwanzig und haben halt ihren Musikertraum gelebt und sind dann auch in New York geblieben und sind sehr eng mit der Stadt verwurzelt auf ihrem fünften Album High Violet aus dem Jahr ist einer ihrer bekanntesten Songs und der dreht sich mal nicht um die neue Heimat New York sondern um die alte, um Ohio wie es ist in die alte Heimat zurück zu kommen bzw.
01:40:05: auch nur an sie zu denken und dabei das Gefühl zu bekommen der alten Heimat echt fremd geworden zu sein weil man sich selber entweder verändert hat oder die Vergangenheit vielleicht ein Stück vergessen hat.
01:40:16: hier sind The National mit Bloodbuzz Ohio
01:41:52: Die Yeah, yeah,
01:43:26: yes mit ihrem Klubkracher Hats Will Roll.
01:48:13: Gegründet im Jahr zweitausend gewissermaßen pünktlich zum neuen Jahrtausend als sich Sängerin Karen Oh, Gitarist Nick Sinner und Drama Brian Chase an der New York University unter den Bars von Lower Manhattan über dem Weg liefen.
01:48:26: Der Name?
01:48:27: Der geht direkt auf die New-Yorker Slank zurück immer ein bisschen rotsig und direkt so yeah, yeah!
01:48:35: Ich kann das nicht so gut nachmachen.
01:48:37: Das Time Magazine nannte die Band damals jedenfalls die Generation Nine Eleven, mit ihrem rohen Soundgaben sie ihre Antwort auf das kollektive Trauma der Stadt und das zeigt sich auch in Kleinigkeiten.
01:48:49: ihr Song Year New York den widmen Sie komplett ihrer Heimat statt und für das Video zu dem Song Despair stiegen sie beispielsweise zum Beispiel einfach mal mitten in der Nacht auf die Aussichtsplattform des Empire State Buildings.
01:49:02: als sie Fever to Tell rausbrachten, war das noch etwas dreckig.
01:49:08: Ein bisschen dahin gerotzt – aber gleichzeitig auch brillant!
01:49:11: Später fingen sie dann ein bisschen herum zu experimentieren und aus der einzigen Garage-Punk-Truppe wurde eine Indieband mit eher Krachern für den Dancefloor, würde ich sagen.
01:49:22: Ja und weil Lower Manhattan nach Nine Eleven extrem bewacht und unbezahlbar teuer wurde… Zog die ganze Kreativ-Szene über den East River rüber und ein vorher eher unscheinbarer Stadtteil namens Williamsburg in Brooklyn wurde dann plötzlich so zum Epi-Zentrum des neuen Indie-Hypes.
01:49:40: In den Fabrikhallen und DIY Clubs vermischten sich Gitarrenrock mit Elektro und Dance Punk, LCD Soundsystem beispielsweise The Rapture.
01:49:50: Sie lieferten den Soundtrack gegen die Beklemmung der Buschera Und es gab da auch noch ein gutes Buch, beziehungsweise die dazugehörige Dokumentation über diese New Yorker-Bands der Zeit.
01:50:02: Meet Me in the Bathroom von Lizzie Goodman – kleiner Tipp, wer da tiefer eintauchen möchte!
01:50:07: Ja und die Welle hörte auch nicht auf?
01:50:09: In den späten zwei Tausenden kamen dann Damen wie Scent Vincent, Sharon von Etten oder die ganz großartige Reginald Spectre.
01:50:27: Und schließlich eine Band, die im Jahr six an der Columbia University zusammengefunden hat und bis heute eigentlich zumindest derzeit mehr New York ausstrahlt als jede andere Truppe.
01:50:39: Vampire Weekend!
01:50:41: Am Anfang wurden sie von so Hipsern aus Brooklyn noch als Schnösel mit Preppy Klamotten verlacht, die sich an Afrobeats bedienen würden.
01:50:49: Völliger Quatsch wenn man auf die Band schaut.
01:50:51: Esra König der Sänger, der hat jüdische Wurzeln Chris Thompson hat ukrainische und Chris Bayo irrische und italienische Wurzeln, also man kann sagen ein echter New Yorker Schmelztiegel diese Band.
01:51:06: Mit ihrem unverwechselbaren Mix brachten sie uns in dem Jahr mit A-Punk einen der größten Indie-Hits des Jahres.
01:51:25: Auf Ihrem aktuellen dritten Album Only God Was Above Us aus den letzten Jahren zeigen Sie sich wieder mal als großes Stimmen des Big Apple.
01:51:34: Das Album ist von der New York-Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts inspiriert, inklusive einem Cover mit einer U-Bahn im Graffiti Style aus den Achtzigern.
01:51:45: Ein Highlighterplatte ist auch die Verneigung vor berühmtberüchtigten New Yorker Kunsttändlerin Mary Boone, die in den Aachtzigern die Schickeria der Manhattaner Galerieszene beherrscht hat – ein Stück pure New Yorkers Identität kann man sagen!
01:51:59: Hier sind Vampire Weekend mit Mary
01:52:58: Boon.
02:00:12: Wir haben hier in den letzten zwei Stunden eine Reise durch knapp sechzig Jahre New Yorker Musikgeschichte hinter uns gebracht.
02:00:17: Und wenn wir uns zum Schluss fragen, wie die Stadt heute klingt dann landen wir fast automatisch bei dem was wir gerade gehört haben.
02:00:23: Big Thief waren das mit incomprehensible.
02:00:26: Zwei Tausend Fünfzehn haben sich Big Thieff in Brooklyn beruht um die großartige Sängerin Adrienne Lenker und Gitarist Brock Meek gegründet.
02:00:35: Eigentlich ist die Band auch extrem nomadenhaft unterwegs, zieht viel umher.
02:00:40: War für Album-Aufnahmen auch viel auf dem Land – aber für ihr aktuelles Werk, Double Infinity aus zwei Tausendfünfundzwanzig sind sie ganz bewusst wieder zurück in den Trubel von New York City zurückgekehrt.
02:00:52: Drei Wochen lang sind sie jeden Tag mit dem Fahrrad von Brooklyn rüber nach Manhattan geradelt direkt in die legendäre Power Station, dieses sagenumwobene Studio wo Bruce Springsteen einst Born in the USA aufgenommen hat.
02:01:06: Und genau diese Mischung aus städtischem Lärm und ein bisschen hippie Geist macht den tollen Sound von Big Thief aus!
02:01:12: Das war unser Ahoy New York Special zur Musikgeschichte der Stadt.
02:01:16: Ich danke euch fürs Mitreisen, aber bleibt jetzt unbedingt dran!
02:01:19: Denn unser New York-Schwerpunkt geht jetzt so richtig in die Tiefe.
02:01:22: Gleich übernimmt Ahoy-Intendant Lars Meier für die nächsten zwei Stunden.
02:01:26: Er hat vier extrem spannende Interviews geführt, persönliche Einblicke und Analysen über New York und den Elften September gibt es dort... Und ab siebzehn Uhr gibt's dann wieder wie immer Freitags Anker, also Hip-Hop mit Jan und Hannes.
02:01:40: Aber heute übernehmen Sie sogar für zwei Stunden – und das nur mit feinstem Hip Hop direkt aus der Geburtsstadt des Hip Hops aus New York City!
Neuer Kommentar